Emerald Fennells Neuverfilmung von „Sturmhöhe“ hat eine Debatte über die Besetzung ausgelöst. Jacob Elordi als Heathcliff und die 35-jährige Margot Robbie als 20 Jahre jüngere Frau haben Aufmerksamkeit erregt, insbesondere weil keiner von beiden Brite ist oder aus Yorkshire stammt.
Emily Brontës Klassiker ist eng mit der Yorkshire Moorlandschaft verbunden, doch Verfilmungen ignorieren oft die regionale Herkunft der Hauptfiguren. Keine Cathy stammte je aus Yorkshire, geschweige denn aus Bradford, der Stadt, in der der Roman geschrieben wurde. In Fennells Version spielt die einzige Schauspielerin aus Bradford, Jessica Knappett, eine Dienerrolle – weit entfernt von der Protagonistin.

Die Besetzung ohne Berücksichtigung regionaler Authentizität ist keine rein neutrale kreative Entscheidung. Amber Barry vom King's College formuliert es so: „Die Yorkshire Moors beeinflussen den Charakter von Cathy und Heathcliff unmittelbar, und ihre Geschichte geht verloren, wenn der Ort auf eine bloße gotische Kulisse reduziert wird.“
Als in Bradford geborene Schauspielerin kennt die Autorin die Hürden der Branche: Die Repräsentation von Frauen und Talenten aus dem Norden ist weiterhin begrenzt, während Privilegien und Branchennetzwerke diejenigen von außerhalb der Region bevorzugen. Nur ein Drittel der für den BAFTA nominierten Schauspieler hat eine Privatschule besucht. Frauen aus dem Norden werden oft auf stereotype oder komische Rollen beschränkt und erhalten nicht die Chance, komplexe Charaktere wie Cathy zu spielen.

Der sozioökonomische Kontext von Bradford, einer der ärmsten Regionen Englands, verschärft diese Ungleichheit: 40 % der Kinder leben unterhalb der Armutsgrenze, 12 % der Erwachsenen haben keine formale Schulbildung. Rollen wie die von Cathy Earnshaw könnten eine seltene Gelegenheit sein, lokale Talente zu präsentieren und Ausgrenzung entgegenzuwirken.
Neben dem Problem der Besetzung führt diese Praxis zu einem Muster, in dem Charaktere aus dem Norden, insbesondere Frauen, als einfach, komisch oder unterrepräsentiert dargestellt werden und selten als romantische Heldinnen. Channel 4 stellte fest, dass nordenglische Akzente doppelt so häufig mit der Arbeiterklasse assoziiert werden und in der Werbung für aufstrebende Charaktere seltener verwendet werden.
Letztendlich ist „Sturmhöhe“ nicht nur eine Verfilmung; sie erinnert an den Mangel an authentischer regionaler Repräsentation. Wie Cathy im Roman sagt: „Ich bin sicher, ich wäre ich selbst, wenn ich in den Mooren dieser Hügel wäre“ – eine Überlegung, die bei Menschen mit Wurzeln in Yorkshire tiefe Resonanz findet. /GazetaExpress/