Mazedonien verliert 180 Einwohner! – Gazeta Express
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Mazedonien

Gazeta-Express

01/05/2026 15:21

Mazedonien minus 180 Einwohner!

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01/05/2026 15:21

Die Region durchlebt eine stille Krise, doch die Abwanderungsrate zählt weiterhin zu den höchsten weltweit. Nordmazedonien verlor im Zeitraum von 2000 bis 2025 zehn Prozent seiner Bevölkerung (mehr als 180.000 Einwohner) und gehört damit laut Daten des Internationalen Währungsfonds zu den Ländern mit dem stärksten Bevölkerungsrückgang auf dem Balkan. Dieser Indikator ordnet das Land in dieselbe Kategorie ein wie Länder, die historisch gesehen mit Massenabwanderung und einer alternden Bevölkerung zu kämpfen haben, schreibt die Zeitung KOHA.

Kroatien hat 12 % seiner Einwohner verloren, Serbien 13 %, während Albanien mit einem Rückgang von 13 % weltweit an 10. Stelle liegt und damit eine der höchsten demografischen Schrumpfungsraten weltweit aufweist.

Das Phänomen ist kein Einzelfall. Die gesamte Balkanregion erlebt eine stille demografische Krise. Das Tempo variiert jedoch erheblich von Land zu Land. Griechenland hat trotz der tiefen Wirtschaftskrise der letzten Jahre nur 4 % seiner Bevölkerung verloren – ein deutlicher Kontrast zu den westlichen Balkanländern. Dieser Unterschied zeigt, dass das Problem nicht allein mit der Wirtschaft zusammenhängt, sondern mit einer Kombination struktureller Faktoren: anhaltender Abwanderung, sinkenden Geburtenraten und fortschreitender Bevölkerungsalterung.

Doch warum schrumpft die Bevölkerung? Hauptursache ist nach wie vor die Auswanderung. Seit Anfang der 2000er-Jahre haben Hunderttausende Bürger der Region ihre Heimat verlassen und sind in EU-Länder, vor allem nach Italien, Deutschland und Großbritannien, gezogen. Ein weiterer Faktor ist der Geburtenrückgang: Die Familien werden kleiner, das Durchschnittsalter für das erste Kind ist gestiegen, und die alternde Bevölkerung belastet Wirtschaft und Sozialsysteme zunehmend, berichtet die Zeitung KOHA.

„Nordmazedonien hat noch keine klare nationale Demografiestrategie entwickelt. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte das Land mit einer Realität konfrontiert werden, in der Wirtschaftswachstum und Entwicklung durch einen Mangel an Humankapital eingeschränkt werden“, heißt es im Abschnitt des Berichts über Nordmazedonien.

Der Bericht hebt außerdem hervor, dass in der Region zwar Wirtschaftswachstum vorhanden ist, dieses sich aber oft nicht in wettbewerbsfähigen Löhnen, sozialer Sicherheit oder langfristigen Perspektiven für junge Menschen niederschlägt, was erklärt, warum die Auswanderung auch in wirtschaftlich günstigen Zeiten anhält.

„Auch Nordmazedonien erlebt eine alternde Bevölkerung, was bedeutet, dass es mehr Rentner und weniger junge Erwerbstätige gibt. Diese Kombination setzt die Wirtschaft und die Sozialsysteme stark unter Druck. Die Folgen sind konkret und langfristig. Weniger junge Menschen bedeuten eine geringere Erwerbsbevölkerung und niedrigere Produktivität. Das Rentensystem wird fragil, da sich das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Leistungsempfängern stetig verschlechtert. Ländliche Gebiete entvölkern sich, ganze Dörfer verlieren ihre Einwohner, und Land wird brachgelegt“, heißt es im IWF-Bericht.

Im Gegensatz zu Ländern wie Polen oder Ungarn, die aggressive Maßnahmen zur Förderung von Geburten und zur Rückführung von Einwanderern ergriffen haben, verfügen die meisten Balkanländer noch immer nicht über eine klare nationale Demografiestrategie.

Die Zahlen des IWF sind nicht bloß Statistiken. Sie sind ein klares Signal dafür, dass der Balkan nicht nur Bevölkerung verliert, sondern auch einen bedeutenden Teil seiner Zukunft. (koha.mk)

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