Das Verschwinden von Malaysia-Airlines-Flug MH370 am 8. März 2014 zählt bis heute zu den größten Rätseln der Luftfahrtgeschichte. Ein Luftfahrtingenieur vermutet jedoch, dass der Grund dafür, dass das Flugzeug noch nicht gefunden wurde, darin liegen könnte, dass die Suche am falschen Ort durchgeführt wird.
Die Boeing 777 der Malaysia Airlines verschwand während eines Fluges von Kuala Lumpur nach Peking. An Bord befanden sich 227 Passagiere und 12 Besatzungsmitglieder.
Der letzte Kontakt mit der Flugsicherung erfolgte etwa 38 Minuten nach dem Start. Laut militärischen Radardaten wurde das Flugzeug nach dem letzten Kontakt noch etwa eine Stunde lang verfolgt und hatte sich dabei als von der geplanten Route abgewichen herausgestellt.

Nachdem das Flugzeug etwa 370 Kilometer von der Insel Penang entfernt den Radarbereich verlassen hatte, wurde es weder gesehen noch gehört.
Die Theorie eines Luftfahrtingenieurs
Laut Ismail Hammad, Chefingenieur bei EgyptAir, könnte der Grund dafür, dass MH370 nicht gefunden wurde, darin liegen, dass die Untersuchungen auf fehlerhaften Daten basierten.
Er sagt, seine Theorie sei nicht nur eine Vermutung, sondern basiere auf Prinzipien der Luftfahrttechnik.
Seinen Angaben zufolge sind folgende Faktoren von Bedeutung:
der relativ gute Zustand der später gefundenen Flugzeugfragmente
Meeresströmungen im Indischen Ozean vor der Westküste Australiens
sowie die Abweichung des Magnetkompasses des Flugzeugs.
Er argumentiert, dass diese Faktoren darauf hindeuten, dass das Flugzeug eher eine kontrollierte Landung in ruhigem Wasser als eine heftige Kollision durchgeführt hat.

Zweifel an Satellitendaten
Laut Hammad stützten sich die Untersuchungen maßgeblich auf Signale eines Inmarsat-Satelliten, was möglicherweise über ein Jahrzehnt lang zu Verwirrung geführt hat.
Die jüngsten Suchbemühungen des Meeresrobotikunternehmens Ocean Infinity wurden unterdessen im Dezember wieder aufgenommen, nachdem sie zuvor aufgrund der wetterbedingten Einschränkungen unterbrochen worden waren.
In Afrika gefundene Fragmente
Im Laufe der Jahre der Suche wurden mehrere Flugzeugfragmente an der Ostküste Afrikas gefunden. Laut Hammad weisen diese Teile keine Anzeichen schwerer Beschädigungen auf, wie sie bei einem heftigen Aufprall auf die Meeresoberfläche zu erwarten wären.
Er sagt, es gebe keine Anzeichen von starker Verformung, Verbrennungen oder dunkler Verfärbung, wie sie normalerweise nach einer Treibstofftankexplosion auftreten. Dies könne darauf hindeuten, dass das Flugzeug relativ sanft auf dem Wasser gelandet sei.
Ein weiteres Forschungsgebiet
Der Ingenieur wendet sich auch gegen die Entscheidung, die Suche vor der Küste von Perth fortzusetzen, und argumentiert, dass der Unterschied zwischen dem magnetischen Nordkompass des Flugzeugs und dem wahren Norden der Erde nicht ausreichend berücksichtigt wurde.
Er schlägt vor, dass die Suche auch das komplexe Gebiet des philippinischen Archipels umfassen sollte, das aus mehr als 7,600 Inseln besteht.
Ein Rätsel, das sich fortsetzt
Das Verschwinden von MH370 ist nach wie vor der schwerste Vorfall in der Geschichte, bei dem ein Flugzeug vermisst wurde. Trotz jahrelanger Forschung und zahlreicher Theorien bleibt das Schicksal der Maschine und ihrer Insassen ungeklärt.
Laut Hammad könne nur eine gründliche Überprüfung der technischen Daten und der Suchgebiete Zeit und Geld sparen – und vielleicht endlich den Standort des Flugzeugs enthüllen, das die Luftfahrtwelt seit über einem Jahrzehnt in Atem hält. /GazetaExpress/