Eine der beliebtesten britischen Küstenküchentraditionen – Kabeljau mit Pommes frites – könnte aufgrund eines starken Rückgangs der Fischbestände in Zukunft keine nachhaltige Wahl mehr sein, warnen Wissenschaftler.
Laut der Marine Conservation Society, die ihren Leitfaden für nachhaltigen Fischfang aktualisiert hat, gibt es keine positive Empfehlung mehr für in britischen Gewässern gefangenen Kabeljau. Experten empfehlen stattdessen europäischen Seehecht.
In Großbritannien werden jährlich rund 167 Millionen Portionen Fish and Chips verzehrt, doch die Kabeljaubestände gehen stetig zurück und die Situation verschärft sich zusehends.


Auch für Scampi (Langustinen) sieht es nicht besser aus: Aufgrund von Überfischung und dem Rückgang ihrer Population wurden sie in der Nachhaltigkeitsklassifizierung herabgestuft.
Schwindende Reserven und Klimaauswirkungen
Experten zufolge sind die Kabeljaubestände in Großbritannien seit 2015 rückläufig, bedingt durch Überfischung, steigende Meerestemperaturen und Veränderungen in den marinen Ökosystemen, die die Fortpflanzung beeinträchtigen.
Dem Leitfaden zufolge sollte Kabeljau, selbst wenn er verzehrt wird, aus anderen Ländern importiert werden. Von Fisch aus der Arktis wird abgeraten; die beste Alternative bleibt isländischer Kabeljau, der mit nachhaltigeren Methoden wie Vertikalnetzen oder Spezialleinen gefangen wird.
Was Alternativen betrifft, so gilt ein Großteil des Schellfischs aus der Nordsee und Westschottland immer noch als akzeptable Wahl.
Scampi und Umweltauswirkungen
Auch für Langusten gelten neue Beschränkungen. Wissenschaftler empfehlen, sie mit weniger zerstörerischen Methoden zu fangen, beispielsweise mit traditionellen Fallen (Reusen), anstatt mit Netzen, die über den Meeresboden geschleppt werden.


Als nachhaltigere Alternative wird die Verwendung von in Großbritannien gezüchteten Garnelen vorgeschlagen, die eine geringere Umweltbelastung aufweisen.
Die Organisation warnt außerdem vor Makrelen, die bereits von der Empfehlungsliste gestrichen wurden und als zu vermeidendes Produkt eingestuft werden.
Derzeit werden rund 80 % der britischen Meeresfrüchte importiert, während Experten ein besseres Management der heimischen Fischerei fordern, um die natürlichen Bestände zu erholen.
Warnungen vor den Auswirkungen des Klimawandels
Jüngste Studien haben zudem Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen der intensiven Fischerei auf das Klima geäußert und hervorgehoben, dass Methoden wie die Grundschleppnetzfischerei große Mengen an Kohlenstoff freisetzen können, der über Tausende von Jahren in Meeressedimenten gespeichert war.
Laut Forschern schädigen diese Praktiken nicht nur marine Ökosysteme, sondern tragen auch zu erhöhten Kohlenstoffemissionen bei, was den Druck zur Änderung der Fischereimethoden verstärkt. /GazetaExpress/