Der britische Komiker Jack Dee sagt, seine Figur Rick Spleen in der Serie Lead Balloon sei in gewisser Weise eine fiktive Version von ihm selbst – wie sein Leben verlaufen wäre, wenn er in der Comedy keinen Erfolg gehabt hätte.
Die Idee zur Serie entstand, als Dee intensiv in der Stand-up-Comedy-Szene arbeitete und mit anderen Autoren zusammenarbeitete. Er begann über die Beziehung zwischen dem Komiker und dem Autor humoristischer Texte nachzudenken.
„Ich dachte: Was wäre, wenn der Autor witziger wäre als der Komiker, der das Material vorträgt?“, erinnert er sich. Nach dieser Idee wandte er sich an seinen früheren Mitarbeiter Pete Sinclair, mit dem er das Konzept für die Serie entwickelte.
Ein Komiker, der immer verliert
Die Figur Rick Spleen ist ein erfolgloser Komiker, der sich in jeder Hinsicht von anderen übertroffen fühlt. In der Serie ist seine Frau erfolgreicher, die polnische Putzfrau Magda wirkt intelligenter, seine Tochter und ihr Freund sind moderner, und sein Drehbuchautor ist witziger.
Laut Dee ist Rick eine Art „alternative Version“ seiner selbst:
„Wenn ich keinen Erfolg gehabt hätte, wäre ich wahrscheinlich wie Rick gewesen – ich hätte mich selbst davon überzeugt, dass ich eines Tages Erfolg haben würde, oder ich hätte geglaubt, dass es nicht meine Schuld ist, dass es nicht geklappt hat.“
Komiker ohne Sinn für Humor
Eine der Hauptideen der Serie ist die Ironie, dass manche Komiker wenig Sinn für Humor über sich selbst haben.
Dee meint, dass jemand, der über eine komische Situation lachen kann – selbst wenn er auf eine Bananenschale fällt –, Sinn für Humor hat. Seiner Meinung nach können manche Komiker wie Rick aber nicht über sich selbst lachen, was die Situation noch absurder macht.
Die Geschichte aus der Sicht der Ehefrau
In der Serie wird Ricks Frau Mel von der Schauspielerin Raquel Cassidy verkörpert. Sie erinnert sich, dass sie die Rolle sehr schnell und fast ohne Vorbereitung bekommen hat.
Sie ist eine organisierte und geduldige Frau, die Rick trotz seiner ständigen Misserfolge weiterhin unterstützt. Laut Cassidy sieht Mel Rick als einen unglücklichen Mann, der oft aus Notwendigkeit lügt, ihn aber dennoch liebt und zu ihm hält.
Eine der Szenen, an die sie sich mit Humor erinnert, ist der Moment, als Rick während einer Theateraufführung vergisst, dass sein Handy eingeschaltet ist, und der Schauspieler auf der Bühne ihn vor dem gesamten Publikum ausschimpft – eine sehr peinliche Situation für die Figur.
Eine Serie, die nach wie vor beliebt ist
Die Serie „Lead Balloon“ lief vier Staffeln lang und gewann eine treue Fangemeinde. Cassidy erzählt, dass ihn noch heute Leute auf der Straße anhalten und ganze Szenen aus der Serie zitieren.
Für ihn war das Filmerlebnis sehr erfreulich und die Zusammenarbeit mit Jack Dee ein Privileg.
„Ich musste nur den Text aufsagen und dabei ernst bleiben – das war überhaupt keine Anstrengung“, sagt sie humorvoll. /GazetaExpress/