Der Aktivist und Journalist Blerim Shala erklärte, dass die Idee eines Gebietsaustauschs zwischen Kosovo und Serbien eng mit der formellen gegenseitigen Anerkennung der beiden Staaten verbunden sei.
In einem Gespräch im PIKË-Podcast über Koha erklärte Shala, dass diese Idee im Rahmen internationaler Bemühungen um eine endgültige Einigung entstanden sei, es aber keinen konkreten Plan gebe, da die Gespräche dieses Stadium nicht erreicht hätten.
Laut Shala beruhte der Vorschlag auf dem Prinzip, dass zunächst eine formale Anerkennung erfolgen und anschließend Gespräche über die Korrektur der Grenzen friedlich und im Einklang mit internationalen Prinzipien geführt werden sollten.
Er betonte, dass dieser Ansatz mit dem Engagement des amerikanischen Diplomaten Wess Mitchell zusammenhänge, dessen Ziel es sei, den russischen Einfluss aus Serbien zu entfernen.
„Die Idee stammte ganz klar von Wess Mitchell, denn er ging vom Prinzip aus, die Russen aus Serbien zu vertreiben. Vučić sagte ihm, um die Russen aus Serbien zu vertreiben, müsse er die nötigen Schritte unternehmen, um ein Abkommen mit dem Kosovo zu erzielen. Der Gedanke dahinter war jedoch die formale, gegenseitige Anerkennung beider Staaten. Wie bereits erwähnt, werden bei gegenseitiger Anerkennung die Grenzen korrigiert, selbst wenn dies nicht geschieht, denn das entspricht dem Helsinki-Prinzip von 1975. So soll ein friedlicher Übergang ermöglicht werden“, sagte Shala.
In diesem Prozess spielte auch die Vermittlung der Europäischen Union, insbesondere von Federica Mogherini, eine wichtige Rolle. Laut Shala sprach sie sich in Gesprächen mit Vertretern der Parteien, darunter dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić, offen für eine formelle Anerkennung aus. Shala behauptet, dass in diesen Gesprächen deutlich gemacht wurde, dass die gegenseitige Anerkennung das Hauptthema des Dialogs sei.
Er fügte hinzu, dass die Idee auch von anderen amerikanischen Beamten unterstützt wurde, darunter John Bolton, obwohl dieser sich seiner Aussage nach erst spät in den Prozess eingeschaltet hatte.
Shala wies die Behauptung zurück, es habe konkrete Pläne zur Teilung des Kosovo oder Grenzziehungen gegeben. Er betonte, dass die Grenze am Fluss Ibar nicht zur Sprache gekommen sei und dass seiner Aussage nach kein albanischer Politiker eine solche Lösung akzeptieren würde.
Er räumte jedoch ein, dass die Grundidee darin bestanden habe, einen Teil des Nordens mit Serbien zu verbinden, ohne jedoch Nord-Mitrovica einzubeziehen. Er beschrieb dies als ein hypothetisches Szenario, das aufgrund des Widerstands beider Seiten sowie Deutschlands und Großbritanniens nie ein konkretes Verhandlungsstadium erreicht habe.