Ein Arzt hat davor gewarnt, dass eine gängige Angewohnheit vor dem Schlafengehen bestimmte Symptome des Harnsystems verschlimmern und die Schlafqualität beeinträchtigen könnte.
Laut Dr. Amir Khan neigen viele Menschen dazu, vor dem Schlafengehen oder bevor sie das Haus verlassen, „nur für alle Fälle“ auf die Toilette zu gehen, aber dieses Verhalten kann den gegenteiligen Effekt des Beabsichtigten haben.
Wie wirkt sich diese Gewohnheit auf den Körper aus?
Der Arzt erklärt, dass die Häufigkeit des Wasserlassens von vielen Faktoren abhängt, wie z. B. Flüssigkeitszufuhr, Koffeinkonsum, Temperatur und Stressniveau. Häufiges Wasserlassen ohne tatsächlichen Harndrang kann jedoch die normale Funktion der Blase beeinträchtigen.
Er erklärt, dass die Blase wie ein Muskel funktioniert, der über Nervensignale mit dem Gehirn kommuniziert, wenn sie voll ist. Normalerweise wird dieses Signal aktiviert, wenn die Blase etwa 300–500 ml Urin enthält.
Seiner Ansicht nach kann häufiges Wasserlassen „nur für den Fall“ den Körper jedoch lehren, früher zu reagieren, wodurch die Blase empfindlicher wird und das Gefühl des dringenden Harndrangs zunimmt.
Mögliche negative Auswirkungen
Dr. Khan vergleicht diesen Vorgang mit einer hochempfindlichen Autoalarmanlage, die selbst dann auslöst, wenn keine wirkliche Gefahr besteht. Mit der Zeit kann die Blase beginnen, Fehlsignale zu senden, was zu häufigem Harndrang führt, selbst wenn dieser nicht notwendig ist.
Dies kann zu nächtlichem Erwachen führen und in manchen Fällen die Harninkontinenz verschlimmern.
Wie kann die Situation verbessert werden?
Laut dem Arzt liegt die Lösung in einem „Blasentraining“. Er empfiehlt, unnötiges Wasserlassen vor dem Schlafengehen zu vermeiden und einen regelmäßigeren Abstand von etwa 3–4 Stunden zwischen den Toilettengängen einzuhalten.
Im Notfall rät er, kurz innezuhalten, tief durchzuatmen und abzuwarten, bis das Gefühl nachlässt, bevor man zur Toilette geht.
Er empfiehlt außerdem, abends auf Koffein zu verzichten, die Flüssigkeitszufuhr vor dem Schlafengehen zu reduzieren und Übungen für die Beckenbodenmuskulatur durchzuführen, was zur Stärkung der Blasenkontrolle beitragen kann.
Seinen Angaben zufolge sind erste Verbesserungen innerhalb von 2 bis 4 Wochen erkennbar, während nachhaltigere Ergebnisse 6 bis 12 Wochen benötigen.
Wann sollte man ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen?
Der NHS rät Menschen mit anhaltenden Harninkontinenzproblemen, ihren Hausarzt zu kontaktieren. Es wird betont, dass es sich um eine häufige Erkrankung handelt, für die man sich nicht schämen sollte. Eine frühzeitige Diagnose hilft, die Symptome besser zu behandeln. /GazetaExpress/