Meine frühesten Erinnerungen ans Lesen
Ich war von Dr. Seuss' „Der Kater mit Hut“ begeistert, besonders von dem kleinen roten Fächer, den er an seinem Schwanz trägt. Mit fünf Jahren las ich „Die Fünf Freunde“ und lernte komplexere Figuren von Enid Blyton kennen, wie Tante Fanny und Onkel Quentin. Ich bin im Apartheid-Südafrika geboren; die Kinder in diesen Büchern lebten in einer Welt ohne Menschenrechtsprobleme, während ich in Johannesburg aus dem Fenster auf einen Garten mit hellem Gras und einem Pfirsichbaum blickte.
Mein Lieblingsbuch aus meiner Kindheit
„Der Löwe, die Hexe und der Kleiderschrank“ faszinierte mich. Die Idee eines Kleiderschranks als Tor zu einer anderen Welt war genial. Obwohl es mir Angst machte, wollte ich die Weiße Hexe unbedingt in ihrem von weißen Rentieren gezogenen Schlitten treffen.
Das Buch, das mich als Teenager verändert hat
„Chéri“ von Colette, ein Buch über die Sinnlichkeit und Traurigkeit des Alterns und die Sehnsucht. Ich las es auf der Busfahrt zur Schule, anstatt des Keats-Romans, den ich eigentlich lesen sollte.
Der Autor, der meine Meinung geändert hat
In den 40er Jahren zeigte mir J. G. Ballard, wie sich persönliche Obsessionen in intelligente und provokante Literatur verwandeln lassen. Romane wie „Cocaine Nights“ ließen mich verstehen, wie man tiefgründige Gesellschaftskritik unter einer ansprechenden Oberfläche verbergen kann.
Bücher, die mich zum Schreiben inspiriert haben
Giovanni's Room von James Baldwin und The Lover von Marguerite Duras bleiben für mich grundlegende Texte, wegen der Kraft, des Schmerzes und der Schönheit ihrer Prosa.
Das Buch, zu dem ich zurückkehre
Gaston Bachelards „Die Poetik des Raumes“, eine Betrachtung von Innenräumen wie Dachböden, Kellern und Ecken, inspiriert mich immer wieder.
Das Buch, das ich später im Leben entdeckte
Maya Angelous Roman „Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt“ hat mich durch die Kraft ihrer Stimme und die Geschichte ihrer Kindheit im rassistischen Süden der USA tief beeindruckt.
Das Buch, das ich gerade lese
„Butter“ von Asako Yuzuki, ein Roman über die Flucht vor alltäglichem Frauenhass, mit einfachen, aber sehr bedeutungsvollen Szenen aus dem Alltag. /GazetaExpress/